Die Zukunft des IBTS in PragWie geht es weiter mit dem Internationalen Baptistischen Theologischen Seminar? Durchführungsgruppe einberufen: Verkaufen, überprüfen, neuansiedelnRom – Wie geht es weiter mit dem Internationalen Baptistischen Theologischen Seminar (IBTS) auf dem Gelände des früheren „Kleines Schlosses Jeneralka“ in Prag? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Beratungen des Rates der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) von 22. bis 26. September in Rocca di Papa bei Rom. Die vor 13 Jahren vom schweizerischen Rüschlikon bei Zürich in die tschechische Hauptstadt umgezogene theologische Ausbildungsstätte befindet sich in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Das ist seit dem letzten Jahr bekannt. Nach Angaben des Vorsitzenden des EBF-Finanzkomitees, des Norwegers Jan Saethre (Siljan), ist die das IBTS tragende Stiftung in der Schweiz seit drei Jahren defizitär. In Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise und des Ungleichgewichts zwischen Ausgaben und Einnahmen werde das Vermögen der Stiftung in einigen Jahren komplett aufgebraucht sein. Diese Entwicklung müsse aufgehalten werden. Im vergangenen Jahr hat eine vom EBF-Rat eingesetzte Strategiegruppe verschiedene Modelle zur Zukunft des IBTS ausgearbeitet. Die 135 Delegierten und Gäste der Ratstagung, die unter dem Motto „Die Kirche heute und morgen“ zusammen gekommen waren, fassten nun rund um das IBTS drei Resolutionen, die alle mit breiter Mehrheit angenommen wurden. Danach wird das Gelände in Prag verkauft - möglichst in den nächsten drei Jahren. Doch zugleich wurde eine neue Arbeitsgruppe ins Leben gerufen: eine Durchführungsgruppe. Zum Leiter wurde Jan Saethre berufen. Der Gruppe gehören außerdem an: Hans Guderian, EBF-Vizepräsident (Berlin), Sergej Sannikov (Ukraine), Urs Bruhn, neugewählter Vorsitzender des Finanzkomitees des IBTS (Deutschland), Joop Brongers (Niederlande) und Ruth Gouldbourne, Vorsitzende des IBTS-Verwaltungsrats (Großbritannien). EBF-Generalsekretär Tony Peck und IBTS-Rektor Keith Jones gehören dem Gremium mit beratender Stimme an. Diese Gruppe soll einen letzten Versuch unternehmen, damit das Gelände in Prag doch noch weiter auf Dauer genutzt werden kann. Voraussetzung: Die Einnahmen werden verbessert. Und die Gruppe wurde beauftragt, zu überprüfen, wo – in Zusammenarbeit mit anderen nationalen baptistischen Seminaren – künftig das IBTS neu angesiedelt werden kann. Mehr als 250 Studierende haben in Prag bisher eine akademische Zusatzausbildung absolviert: Davon haben 100 einen Master-Abschluss erworben, elf haben promoviert.
Klaus Rösler |