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Protestanten in Österreich: Nicht nur von „Kirche“ reden

St. Pölten – Die österreichischen Medien sollten in ihrer Berichterstattung nicht undifferenziert von der „Kirche“ sprechen, sondern die jeweils korrekten Bezeichnungen gebrauchen. Das haben Pfarrer und Kuratoren der Evangelischen Kirche in Niederösterreich auf einer Sitzung in St. Pölten gefordert. Zustimmung kommt von den Baptisten.

Medien sollen die korrekten Kirchennamen verwenden – Baptisten dafür Die 50 Teilnehmer der Tagung kritisierten, dass bei Skandalmeldungen oft von „der Kirche“ gesprochen werde, auch wenn eine bestimmte Konfessionskirche gemeint sei. Dazu sagte der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland: „Gerade im Bereich der Kirchen lassen viele
Journalisten Genauigkeit vermissen.“ In Österreich gebe es sehr unterschiedliche Kirchen mit deutlich unterschiedenen Glaubensgrundsätzen.
Niemandem würde es einfallen, ausschließlich von „der Partei“ zu sprechen, wenn eine bestimmte politische Partei gemeint ist. Die Präsidentin des österreichischen Baptistenbundes, Anita Ivanovits (Steyr), stellte sich hinter die Forderung: „Ich habe den Eindruck, wenn in österreichischen Medien von ‚der Kirche’ gesprochen wird, ist die
Katholische Kirche gemeint.“ Es sei wichtig, mehr Klarheit in der Berichterstattung zu fordern. Die Medien drückten sich häufig zu pauschal aus und sprächen dann auch von „den Evangelischen“, „den Freikirchen“, „den Evangelikalen“.
In Österreich gibt es derzeit 14 gesetzlich anerkannte Kirchen, Religionsgesellschaften und 10 staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaften. Zum österreichischen Baptistenbund gehören 22 Gemeinden mit 1.300 Mitgliedern.

Klaus Rösler
www.portal-oncken.de
18.03.10