Mission rund um die FußballweltmeisterschaftFIFA verbietet Glaubensbekenntnisse der Sportler – Brasilianische Baptisten missionieren Fans Kapstadt – Bei der Fußball-Weltmeisterschaft geht es nicht nur um Sport, sondern auch um Religion – vor allem am Rande der Wettbewerbe in Südafrika. Und die Kirchen in Deutschland mischen mit. Bundesweit laden nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland 2.256 evangelische Gemeinden dazu ein, die Spiele gemeinsam mit anderen anzuschauen. Die EKD hat die anfallenden Gebühren für die GEMA komplett übernommen. Auch im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sind die georderten 75 Gemeindelizenzen für das „public viewing“ restlos vergriffen, hieß es aus Zentrale des Gemeindebundes in Elstal bei Berlin. Einige Gemeinden, die zu spät Interesse angemeldet hätten, habe man direkt an die GEMA verwiesen. Über Hintergründe in Südafrika informiert die gemeinsam von EKD und dem Hilfswerk „Brot für die Welt“ herausgegebene kostenlose Schrift „Die Hoffnung ist rund“. Unterdessen hat der Weltfußballverband FIFA (Zürich) dafür gesorgt, dass der christliche Glaube bei den Wettkämpfen außen vor bleibt. Im Blick auf das brasilianische Team verbot die FIFA jetzt ausdrücklich religiöse Bekenntnisse der Spieler während des Wettkampfes. Zum Hintergrund: Im Team von Brasilien kicken zahlreiche bekennende Christen mit. Als sie im vergangenen Jahr beim Konföderationen-Cup die USA mit 3:2 besiegten, dankten sie Gott auf dem Spielfeld. Mannschaftskapitän Lucio zeigte sogar ein T-Shirt mit der Aufdruck „I Love Jesus“. Daraufhin gab es eine Rüge von der FIFA. Außerhalb der Stadien in Südafrika wollen baptistische Missionare aus Brasilien jedoch dafür sorgen, dass die Fußballfans von Jesus Christus erfahren. Dafür ist eigens eine 200-köpfige Gruppe von Brasilien angereist. Sie wollten vor allem am Rande des Spiels Brasilien-Nordkorea – das Brasilien 2:1 gewann - mit Schlachtenbummlern aus dem kommunistisch regierten Land über den Glauben und auch über Religionsfreiheit sprechen. Nordkorea gilt weltweit als das Land, das Christen am stärksten unterdrückt und in dem es keine Religionsfreiheit gibt. Die südafrikanischen Presseberichte über die Missionare aus Brasilien haben jedoch meist einen hämischen Unterton. Denn Fans aus Nordkorea – mit Ausnahme einiger offizieller Landesvertreter – sind in Südafrika gar nicht anwesend, weil sie keine Reisedokumente erhalten haben. Leiter der brasilianische Missionsdelegation ist der ehemalige Handballspieler und heutige Pastor Marcos Grava Vasconcelos (Rio de Janeiro), Leiter der Sportabteilung des Missionswerks des brasilianischen Baptistenbundes. Er war bereits als Missionar bei den Olympischen Spielen in Peking mit dabei. Wie Vasconcelos gegenüber Journalisten bekannte, habe er mit seinen Freunden dafür gebetet, dass Nordkorea mit Brasilien in eine Gruppe gelost wird. Dies sei dann auch eingetreten. „Wir haben Gott dafür gedankt, dass er uns die Möglichkeit gibt, den Fans die Botschaft von Jesus näherzubringen“, so Vasconcelos. Ob die Brasilianer tatsächlich Glaubensgespräche mit Gästen aus Nordkorea hatten, ist bislang nicht bekannt. Dafür hat die Sportmission auf ihrer Homepage - gemeinsam mit 1.800 Pastoren aus Paraguay – bereits gegen den FIFA-Erlass protestiert. Religionsfreiheit müsse auch in Stadien gelten, hieß es dort. Über die Missionseinsätze am Rande der Spiele sowie über bekennende Christen unter den Spielern berichten 20 baptistische Journalisten auf Auftrag des US-amerikanischen Missionswerks der Südlichen Baptisten (Richmond). Wie sie herausfanden, sind in den Mannschaften von Brasilien, der Elfenbeinküste und den USA die meisten bekennenden Christen aktiv. Auch Christen in Südafrika planen am Rand der Fußballspiele zahlreiche missionarische Aktionen. So trafen sich 50.000 Christen im neuen Stadion Green Point in Kapstadt, um dort um Gottes Schutz und Segen zu beten. Sogar 200.000 Christen beteiligten sich ein einem Gebetstreffen, zu dem der südafrikanische Evangelist Angus Buchan eingeladen hatte. Diese Gebet hätten bereits erste Erfolge gezeitigt, berichtet der Verband United Christian Action. So sei die Prostitution in Südafrika nicht legalisiert worden und ein 24-stündiger Porno-Fernsehkanal für Fußballfans nicht zustande gekommen.
Klaus Rösler |