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Quelle: Rolf Friedrich pixelio.de

Keine christliche Mission ohne christliche Ethik

Genf – Angesichts zunehmender religiöser Spannungen in aller Welt haben sich drei Dachorganisationen von zwei Milliarden Christen weltweit auf einen gemeinsamen Verhaltenskodex geeinigt. Das Dokument „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ wurde am 28. Juni in Genf vorgestellt. Es war in fünfjähriger Arbeit durch den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), den Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog (PCID) und die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) erarbeitet worden.

Empfehlungen für einen Verhaltenskodex für rund zwei Milliarden Christen

„Es darf keine christliche Mission ohne christliche Ethik geben“, sagte Dr. Geoff Tunnicliffe, der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA). ÖRK-Generalsekretär Dr. Olav Fyske Tveit erklärte: „Das christliche Zeugnis erfordert christliches Verhalten.“ Und der katholische Kardinal Jean-Louis Tauran freute sich mit den Worten: „Heute Nachmittag schreiben wir Geschichte.“ Er fügte hinzu. „Die christliche Botschaft müssen wir trotz unserer Trennungen ohne alle Kompromisse verkünden. Wir dürfen sie aber niemals jemandem aufdrängen.“

In dem Dokument haben sich die kirchlichen Dachverbände auf zwölf Prinzipien geeinigt. Wer von Jesus Christus Zeugnis gebe, müsse dies auch in der Art und Weise Jesu tun: In Freundlichkeit, Respekt, Integrität, Barmherzigkeit und Demut. Jegliche Form der Gewaltanwendung bei Bekehrungsbemühungen, auch in From von psychischem oder gesellschaftlichem Druck, Missbrauch von Macht, Diskriminierung oder Benachteiligung, müsse zurückgewiesen werden. Dies gelte auch für das in Aussicht stellen materieller Vorteile oder das Ausnützen von Notsituationen. Christliche Mission bestehe in der Verkündigung des Reiches Gottes, dem Dienst am
Nächsten, im Einsatz für gerechte Verhältnisse und in der Selbsthingabe für andere, so das Dokument.

Zur Religionsfreiheit heißt es, dass sie das Recht beinhalte, „seine Religion öffentlich zu bekennen, auszuüben, zu verbreiten und zu wechseln“. Wenn eine Religion für politische Zwecke benützt werde, oder wo es religiöse Verfolgung gebe, seien Christen aufgerufen, solche Handlungen zu verurteilen. Auch Bekehrungen werden angesprochen. Sie sei ein Geheimnis, bei dem die Freiheit Gottes auf die des Menschen treffe. Doch es sei und bleibe Aufgabe der Christen, andere Menschen zum Glauben an Jesus Christus einzuladen.
Das Dokument steht in Deutsch, Englisch, Spanisch und bald auch in Französisch auf der Website des ÖRK zum Download bereit: http://tinyurl.com/68llx27 (Deutsche Version).

Klaus Rösler
(29.06.11)