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Christenverfolgungs-Index: An der Spitze steht erneut Nordkorea

Kelkheim - Christen in Nordkorea leiden weltweit am meisten unter Verfolgung wegen ihres Glaubens. Wie das Hilfswerks für verfolgte Christen, „Open Doors “ (Kelkheim bei Frankfurt am Main), mitteilt, führt das Land seit neun Jahren eine Liste von 50 Staaten an, in denen Christen verfolgt werden. Auf dem Index folgen der Iran, Afghanistan, Saudi-Arabien, Somalia, die Malediven, der Jemen, Irak, Usbekistan und Laos. „Open Doors“ schätzt, dass weltweit rund 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Christen seien damit die größte Gruppe aller aus religiösen Gründen Verfolgten.

Christen werden weltweit aus religiösen Gründen am stärksten verfolgt

Seit 1993 bewertet eine Arbeitsgruppe von „Open Doors“ jährlich die Situation für Christen in Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit. Nordkorea sei tief von einem Personenkult geprägt, durch den der verstorbene Diktator Kim Il Sung quasi zu einem Gott erhoben werde. Jede andere religiöse Aktivität betrachte das Regime als Angriff auf die sozialistischen Prinzipien. Christen hätten keinerlei Existenzberechtigung. Gläubige, die sich nur heimlich im Untergrund versammeln könnten, stünden immer in der Gefahr, entdeckt zu werden. Ihnen drohe Gefängnis, Arbeitslager oder Hinrichtung. Im vergangenen Jahr seien Hunderte Christen verhaftet worden. Einige hätte man getötet, andere in politische Straflager deportiert. Derzeit sind nach Open Doors-Informationen rund 70.000 Christen in Straflagern Nordkoreas gefangen. Der Iran steht weiter auf Platz 2. Im Berichtszeitraum sei es zu weiteren Verhaftungswellen von Christen gekommen. Viele Gottesdienste würden von der Geheimpolizei überwacht. Christen muslimischer Herkunft, die sich in Hausgemeinden engagierten, seien vernommen, verhaftet, misshandelt und ins Gefängnis gesteckt worden. Afghanistan habe Saudi-Arabien auf Platz 3 abgelöst. In Afghanistan könne die christliche Minderheit ihren Glauben nur im Untergrund leben. Der Islam ist in acht der ersten zehn Länder des Weltverfolgungsindex 2011 die Religion der Mehrheitsbevölkerung.
Der Leiter des deutschen Zweiges von „Open Doors“, der Baptist Markus Rode, erklärt, es sei „nicht hinnehmbar, dass Christen aufgrund ihres Glaubens für 25 Jahre und länger in Todeszellen sitzen, in Arbeitslagern zu Tode gefoltert werden oder auf der Flucht sind, weil sie sich für den Glauben an Christus entschieden haben“. Ihr Leiden dürfe kein Randthema bleiben. Open Doors ruft Christen, Politiker und die Öffentlichkeit auf, unterdrückten und verfolgten Christen eine Stimme zu geben und ihnen im Gebet sowie durch Unterstützung zur Seite zu stehen.
Open Doors wurde 1955 von dem Holländer Anne van der Bijl gegründet, der als „Bruder Andrew“ weltweit bekannt wurde. Das Hilfswerk unterstützt in über 50 Ländern verfolgte Christen mit Bibeln und christlicher Literatur sowie mit Hilfe zu Selbsthilfe-Projekten.

www.opendoors-de.org.

Klaus Rösler
www.portal-oncken.de
(19.01.11)