Magazin

titel1.jpg

Sind wir mal ehrlich

Das neue Magazin ist erschienen!
Wie werden wir die „elende Heuchelei“ los? Meistens sind es Jugendliche und junge Erwachsene, die für mehr Wahrhaftigkeit eintreten und quasi „naturgegeben“ darauf drängen, dass die Masken fallen, die Etikette verschwindet, dass Menschen nicht nach außen lächeln, wenn sie innerlich längst schon kochen, oder dass nicht Betroffenheit vorgetäuscht wird, wenn Schadenfreude längst das Herz vergiftet hat. Und tatsächlich ist Wahrhaftigkeit ein hohes Gut, es ist rechtens, für sie zu kämpfen und sie lautstark einzufordern. Was aber, wenn ich selbst dran bin und einen Irrtum eingestehen muss. Wie geht es mir, wenn ich einen vielleicht schon jahrelang verfolgten falschen Kurs aufgeben und für alle sichtbar meinen bisherigen GegnerInnen zugeben muss, dass sie recht hatten?

Herausfordernde Fragen

Auch in einer christlichen Gemeinschaft gibt es keine Garantie dafür, dass wir Gläubigen hier gerade Wege gehen und faire „Verlierer“ bleiben. Zu Wahrhaftigkeit (und Transparenz) kann ich persönlich mich jedenfalls dann „durchringen“; wenn ich mir klar mache: Nicht dass ich jetzt nichts mehr zu verlieren habe. Sondern ich kann nichts mehr verlieren, weil Jesus längst alles gewonnen hat für mich. Was ich bin, hat allein er ausgemacht.
Und Jesus hat, wie Robert Bauer in seinem Artikel aufweist, in Bezug auf Heuchelei gar nicht so sehr die sprichwörtlichen Pharisäer gescholten, sondern er hat zuerst seine Jünger ermahnt. Die könnten dann möglicherweise die Geschichte von Hauke Burgarth (S.10f.) gut finden, weil der beschreibt, wie Ehrlichkeit „eine ganz besondere Dynamik“ entfalten kann.
Dennoch brauchen wir Vorbilder, doch diese müssen keineswegs perfekt sein, schreibt Horst Fischer ab Seite 14.
Herausfordernd klingt die Frage von Franz Graf-Stuhlhofer (S.16), wie mit verschiedenen Annahmen in der theologischen Forschung umzugehen ist. Dass das Reden Gottes erst dann in meinem Leben Bedeutung gewinnt, wenn ich mich seinem Reden durch Wort und Geist öffne, wird sich aber auch durch die noch zu erwartenden zukünftigen Erkenntnisse der Forschung nicht umstoßen lassen.
Überraschende Einsichten und großes Lesevergnügen auch mit den anderen Artikeln von W. Klimt, A. Graf, G. Ivanovits und V. Schramm wünscht Ihnen

Ihr Dietrich Fischer-Dörl

Hier die PDF Version!