Sprache kann Unangenehmes vordergründig verbrämen oder aber sie wird uns die Wahrheit rau ins Gesicht wehen. Das ist keine neue Weisheit, und doch merken wir die Unterschiede oft erst, wenn wir deutlich drauf gestoßen werden. So in der Diskussion um ethische Maßstäbe für den Umgang mit dem ungeborenen menschlichen Leben. Sagen wir beispielsweise zur gesetzlichen Bestimmung in Bezug auf die Abtreibung in Österreich Fristen“lösung“ oder Fristenregelung? Eventuell war das Gesetz im Jahr 1975 eine „Lösung“ für das Parlament, denn für die Betroffenen, vor allem Schwangere und Kinder gibt es seither eine Regelung. Eine wirkliche Lösung ist die straffreie Abtreibung in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft für die Betroffenen aber sicherlich nicht. Ganz ähnlich: Sprechen wir von einer Schwangerschafts“unterbrechung“, oder wahrheitsgemäß von einem Abbruch der Schwangerschaft und damit zugleich vom jähen Ende des gerade begonnenen Lebens eines Menschen?
Viele andere kleine und große Verharmlosungen lassen uns selten nachfragen und nehmen uns damit die Sensibilität dafür, dass in Österreich bzgl. der Fürsorge für Schwangere und deren ungeborene Kinder einiges im Argen liegt. Denn gerade die sogenannten „flankierenden Maßnahmen“, die sich Bundeskanzler Kreisky damals in den 70ern gewünscht hat, um trotz der gesetzlichen Fristenregelung die Abtreibung als Option für die österreichischen Frauen obsolet zu machen, wurden nie wirksam in Kraft gesetzt. Im Gegenteil, nicht nur, dass seit langem Abtreibungskliniken gewerbsmäßig Werbung betreiben, während für Familienpolitik immer weniger Geld zur Verfügung steht: Auch die „eugenische“ Indikation (wird vorgeburtlich eine Behinderung diagnostiziert, darf die Schwangerschaft auch nach der 12. Woche abgebrochen werden) hat heute bereits ein Ausmaß, dass es in ganzen Bundesländern z.B. keine Geburten von Menschen mit Down-Syndrom mehr gibt.
Doch weil das Thema immer schon Gräben zwischen Menschen aufgerissen hat, geht es der seit ca. zwei Jahren bestehenden „Lebenskonferenz“ um einen neuen Dialog. Wie können Christinnen und Christen heute gemeinsam sowohl die Situation von schwangeren Frauen als auch die ihrer ungeborenen Kinder (und deren Väter) ansprechen und verbessern? Dazu macht Hoffnung, dass sich in der Lebenskonferenz Menschen sowohl aus römisch-katholischer und evangelischer Kirche wie auch aus den Freikirchen zusammen finden. Inhaltlich geht es in der Konferenz um die Unterstützung von Beratungs- und Hilfsorganisationen, um die Stärkung einer echten Selbstbestimmung schwangerer Frauen (eben unter Einbeziehung aller – auch noch der neu zu schaffenden - Hilfsmöglichkeiten, die ein lebenswertes Leben von Mutter und Kind ermöglichen) und um eine neue Transparenz in Bezug auf die Abtreibungsproblematik in der Öffentlichkeit (zum Beispiel das Einführen einer Statistik über alle Abbrüche in Österreich).
Erstes sichtbares Ergebnis der Arbeit in der Lebenskonferenz ist ein Behelf, ein Leitfaden, mit dem, so der Untertitel, „das Lebensrecht ungeborener Kinder neu kommuniziert werden kann“. Dieser „Leitfaden Lebensschutz“ soll im Religionsunterricht und in der Jugendstunde genau so Verwendung finden wie in der Seelsorge bzw. Seelsorgeausbildung oder in der Diskussion im Hauskreis. Die von Gudrun Kugler und Raimund Harta erarbeitete Broschüre (72 Seiten, Farbe) kann für EURO 2,50 bezogen werden. Gemeindeleitungen und Pastoren erhalten von mir die Hefte in Kommission. DFD
Der Leitfaden Lebensschutz:
für Nachdenker, Vordenker und Organisationen, die daran interessiert sind, den Menschen in jeder Phase seiner Entwicklung zu schützen!
In ansprechender und leicht lesbarer Form bietet der neue Leitfaden eine Übersicht über die derzeitige Rechtslage ungeborener Kinder in Österreich und Deutschland, den Wertehaltungen unserer Zeit und ihre möglichen Entgegnungen, den möglichen Folgen einer Abtreibung, den häufigsten Argumenten dafür und dagegen, die richtige Wortwahl und vieles mehr.
Ein Muss für alle, die mit dem Status Quo nicht zufrieden sind.
ISBN: 978-3-9503055-2-4
November 2011
Preis:
1. - 19. Stück: 2,5 Euro
20. - 49. Stück: 2 Euro
ab dem 50. Stück: 1,5 Euro
+ Versand
Bestelladresse: office@lebenskonferenz.at
Herausgeber: Die „Lebenskonferenz“, eine Plattform von Mitgliedern verschiedener Kirchen, christlicher Bewegungen und Lebensschutzorganisationen, die für den umfassenden Schutz des menschlichen Lebens eintritt.
Redaktion: Dr. Gudrun Kugler und Lic. theol. Raimund Harta
www.lebenskonferenz.at